Gletscherstädte

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Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt fuhren wir nach der traumhaften Nacht am Lake Mapourika das kurze Stück weiter nach Franz Josef Vilage am Fuße des gleichnamigen Gletscher. Schnell war klar, dass das Dorf noch viel mehr als alles was wir bisher gesehen haben, ausschließlich auf Tourismus ausgelegt ist. Ein Geschäft das mit tollen Attraktionen wirbt reiht sich hier aus nächste. Im Prinzip bieten sie alle eigentlich das gleiche an: Flüge auf den Gletscher mit Führung, Fallschrimsprünge und natürlich Souveniers. Das wars im Prinzip schon, aber mehr ist anscheinend auch nicht nötig, um hier im Sommer die Touristen anzulocken.

Als wir nun da waren, war das Dorf natürlich deutlich Lehrer, obwohl wir einen blauen Himmel bei etwa 12 Grad hatten. Der Ansturm der Tagesbesucher mit den nötigen Kleingeld war vorüber, das würde schnell deutlich. Hauptsächlich kleinere Camper wie unsere können wir sehen, also vermutlich andere Reisende, die genauso wie uns die Nebensaison ausnutzen. Doch weiterhin sind hier auch alle Geschäfte geöffnet und so kauften wir zunächst ein wenig am Morgen ein und fuhren wie immer zur i-Site und ließen uns ein paar Tipps geben. Die nette Frau war im Gegensatz zu den Abgestellten an Sorten wie Greymouth sehr motiviert und man merkte sehr deutlich, dass sie selbst von der Region auch sehr begeistert war. Es hab einige kürzere Wanderrouten zum Gletscher, um diesen von unten zu sehen. Ein Flug, den sie uns natürlich auch anbot (mit solchen Vermittlungen finanzieren sich die i-Sites – zumindest glauben wir das), lehnten wir dankend ab, da wir schlicht nicht etwa 400$ für ein paar Stunden auf dem Eis übrig hatten. So fragten wir ein wenig weiter und erfuhren von einem 8 Stunden Walk, der uns auf einen benachbarten Berg führt, von dem man die ganze Gegend sehen kann. Das klang schon deutlich besser, sodass wir erweitern später dort hin fuhren und uns fertig machten.
Von den 4 Schichten, die ich sicherheitshalber angezogen hatte, blieb nach der ersten Stunde trotz in der Höhe nur knapp über 0 Grad nur noch mein Thermoshirt übrig – war doch gut anstrengend! 🙂 Die 1300 Höhenmeter ging es mitten durch den Wald über nur ganz leicht abgesteckte Wege, wodurch uns der Weg nach oben gleich noch viel mehr Spaß machte.
Auch auf dem Weg gab es schon ein paar schöne Ausblicke. Jedoch hielten wir immer nur sehr kurz, denn auch schon nach einer Minute ohne Bewegung würde es mit dem Thermoshirt ziemlich kalt.
Ein T-Schirt, einnen Pullover und eine Jacke später erreichten wir dann den Gipfel. Sobald wir da wäre, müsste ich mir diese nämlich sehr schnell wieder anziehen. Plötzlich merkte man die Kälte sehr abrupt! Die Aussicht war total genial, auch wenn die vielen Wolken, die mittlerweile da waren, leider einige schöne Bilder verhinderten.
Der Abstieg ist ja bekanntlich noch spannender bei solchem Gelände, und so verging die Zeit bis zum Tal recht schnell. Den Abend verbrachten wir direkt im Dorf in einem kleinen Campingplatz. An der Straße dort gab es direkt drei davon. Der erste kostete nur 14,5$ pro Nase, war jedoch schlicht billig von vorne bis hinten. Der nächste kostete 17,50$ und ich versuchte die nette Frau an der Rezeption ein wenig im Preis runterzuhandeln, indem ich ihr die Anzeige das Nachbarplatzes zeigte. Sie ärgerte sich lautstark über diesen “miesen Hund”, ging jedoch keinen Cent im Preis runter. Sie wusste, dass ihr Platz schlicht besser war – genau wie wir. Kurz danach entdeckten wir auch noch einen Grill auf ihrem Gelände. Irgendwie war es mal Zeit anzugrillen, auch wenn es hier um die 1 Grad waren. Also fuhren wir schnell kurz vor Ladenschluss zum überteuerten Dorfsupermarkt und kauften uns alles nötige. War ein entspannter – wenn auch überteuerer Abend. War aber auch echt mal überfällig. 😀
Am nächsten Morgen fuhren wir früh weiter zum Fox Gletscher. Kurz gesagt wirkte der Tag ein wenig wie ein Deja Vu vom Vortag. Die Stadt sieht identisch aus, nur in ein wenig kleiner. Der Gletscher sieht sehr ähnlich aus und irgendwie schien das alles nicht so spannend zu sein. Dennoch fuhren wir erst zu einem etwas entfernten Aussichtspunkt, wo man die ganze Gegend vom Tal aus gut fotografieren konnte. Schaut selbst – total genial! 🙂

Dann fuhren wir heute näher an den Gletscher, so dass wir nur eine halbe Stunde bis zum Fuß des Gletschers gehen mussten. Bereits einige 1000m davor kamen erste Schilder, die zeigten, dass der Gletscher vor x Jahren bis hier ging. Krass, wie schnell er schmilzt! Am Gletscher angekommen machten wir nur ein paar Fotos – fanden wir irgendwie nicht so spektakulär.
Einen kleinen Wasserfall am Wegfand fanden wir dann schon deutlich interessanter! Uns beide reizt es irgendwie die Sachen zu erkunden, die nicht in jeden Tiuristenführer stehen, und auch nicht so leicht zugänglich sind, dass man dort ohne weiteres auch in Flipflops hingehen könnte. Die Kletterei am Rande des Flusses zum Wasseffall war da schon deutlich spannender! Ähnlich wie die Wanderung gestern zum Beispiel. Hier ein paar Bilder.
Zurück am Camper verließen wir anschliend die Gegend der Gletscher Richtung Haast. Als wir an einem Campingplatz am Stadteand mit einem wunderschönen See etwa zwei Sfunden später ankamen, war es schon wieder etwa 16 Uhr.
Dort ließen wir den Tag entspannt ausklingen. Nachdem in einem gefühlt mehrstündigen Steinwurfwettkampf in diversen Disziplinen am See feststand, wer heute Abend in dem Eiswasser der Spüle des DOC-Platzes den Abwasch machen dürfe, kochten wir uns etwas, quatschten und irgendwie war es dann plötzlich schon stockdunkel und mitten in der Nacht. Wir gingen bei sternklarer Nacht erneut für ein paar Bilder in die Kälte und trafen in der Dunkelheit einen deutlich erfahrneren Reisenden, dessen Ausrüstung gefühlt etwa den Wert unseres Campers hatte. Wir erzählten uns einiges über die Reise, er gab uns einige Stipps zur Fotografie und es war sehr interessant. 
Anschließend ging es aber dann auch endlich ins Bett. Meine Füße in den Flipflops waren eiskalt – ich war eine Stunde davor beim Fptografieren ins Eiswasser getreten .. das Wasser war einfach so klar, dass man es trotz Taschenlampe schnell übersah. Und ich war natürlich nicht motiviert genug mir sofort neue Socken anzuziehen. Also feierten meine Füße noch die ganze Nacht deutlich mehr als Throbens und so konnte ich nur für kurze Zeit wirklich schlafen.. Nächstes mal mache ich es anders.. vielleicht..:D
Bis bald!

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