Naturpoolirrsinn – Tag 10

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In Hoffnung auf stramme Waden stand der heutige Tag im Zeichen des Wanderns. Aus meinem Reiseführer haben wir eine 12 km Tour herausgesucht die wir nur bewältigen wollten. Um etwas der Hitze zu entgehen frühstückten wir bereits um 0700 Uhr und brachen gegen 0800 Uhr auf.
Der erste Abschnitt verlief über einen gut befestigen weg und es keimte schon die erste Enttäuschung darüber auf, dass wir auf einem absoluten Touristenpfad wandern würden. Diese Enttäuschung wurde aber kurzerhand erstickt, als wir eine alternativen Weg eingeschlagen haben. Dieser wurde zunehmender kleiner und unbenutzter und irgendwann latent. Dennoch kamen wir nach einiger Zeit zu dem beschrieben Aussichtspunkt. Na gut, es war vielmehr eine Aussichtwiese.
Der weitere Weg führte durch eine ca. 200 m lange Höhle und mündete in einem weitläufigen Tal. Da nun die Wege oft nicht sonderlich gut zu erkennen waren mussten wir anhand der im Reiseführer angegebenen landschaftlichen Merkmale navigieren.
Unterwegs fielen immer wieder Häuser auf, an denen je eine nicht gerade unerhebliche Anzahl von aufgesattelten Pferden stand. Wir vermuteten, dass man diese für Austritte “mieten” konnte.
Nach einiger Zeit ließen wir auch diese Gehöffte hinter uns und tauchten vollends in die Natur ein. Entweder waren wir sehr früh, oder diese Tour erfreute sich nicht besonders großer Beliebtheit. Wie waren zumindest die einzigen Wanderer auf der Strecke.
Schließlich gelangen wir an unser Ziel: einer Höhle mit einem ca. 30m langen natürlichen Becken im Inneren.
Da wir unsere Sicherheit nicht auf’s Spiel setzen wollten beschlossen wie in weiser Voraussicht, die Höhle nicht allein und nicht ohne Kopfbedeckung zu betreten. Demnach musste unser Sicherheits-Strohhut natürlich die ganze Zeit getragen werden. Ein Glück waren wir ja auch zu zweit und nicht alleine. Das Höhlenabenteuer konnte beginnen.
Die Höhle selbst war eine Art Tropfsteinhöhle und bietete tolle Kulissen für Fotoaufnahmen mit meiner Kamera, die wie all unser Gepäck durch den matschig-feuchten Boden ordentlich dreckig wurde.
Über eine Stunde später erblickten wir wieder das Licht der Welt.
Als nächstes musste ein Fluss über einen Doppel-T-Träger überwunden werden.
Leider stimmte danach der Reiseführer nicht mehr mit der Realität überein weswegen wir uns über diverse Zäune, Hecken, Wiesen und Feldern einen Weg bahnen mussten.
Auch wenn das ganze stark danach klingt, dass man sich dabei verlaufen könnte, haben wir uns natürlich auch verlaufen. Als wir schließlich wieder ein Haus entdecken trennte uns ein Flusslauf von diesem. Wo ich schon die Hemmung überwunden hatte einfach hindurch zum Haus zu waten, tat sich Lenz damit noch schwerer. Schließlich wurden wir entdeckt uns ein Junge kam uns barfuß durch den Fluss entgegen. Die Entscheidung wurde uns abgenommen und wir freuten uns auf die nassen Füße und Wanderstiefel.
Am Haus erwartete uns eine Oase mit einem Schwimmteich, in dem ein paar kubanische Kinder schwammen, sowie eine kleine aber leere Bar. Diese kam gerade recht. Wir tranken eine Kokosnuss und sind anschließen mitsamt unserer Kleidung um sie zu reinigen in den Teich gesprungen.
Man zeigte uns den richtigen Weg. Nach diesem Highlight verlief der restliche weg recht unspektakulär und wie erreichten am Nachmittag wieder Viñales.
Nach einer Dusche und dem buchen unserer weiteren Reise in den Westen, aßen wir zu Abend auf einer netten Dachterasse und kauften Zutaten zum Cocktails mixen.
Nach einigen Cuba Libre und einem Spaziergang durch das nächtliche Viñales fielen wir etwas später als geplant ins Bett. Was wir bis dahin gar nicht wussten war, dass die Betten in dieser Unterkunft auch ein Karussell- bzw. Achterbahnfunktion hatten. Und das alles für nur 11 Euro die Nacht… unglaublich.

 

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