Matanzas – Tag 3

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Der dritte Tag hier auf Kuba begann zunächst noch in Varadeo. Nach einem morgendlichen Besuch des Strandes wollte eigentlich vormittags weiter Richtung Matanzas fahren. Dich der Bus ließ etwas (2h) auf sich warten, so dass ich Matanzas erst am frühen Nachmittag erreicht habe.
Die neue Unterkunft überzeugt durch einen renovierten Altbau mit mindestens 4 bis 5 m hohen Decken. Es wirkt fast so, als wäre der Raum verkehrt herum gebaut worden, da er höher als breit ist.
Den sich um einen Innenhof säumen den Wohnbereich der Familie darf ich netterweise auch mit benutzen, wobei ich hier dank einiger Englischkenntnisse sogar richtig in ein Gespräch kommen kann.
Nach der ersten Einführung habe ich dann etwas die Stadt unsicher gemacht.
Matanzas ist im Vergleich zu Varadeo vielmehr das Kuba, wie ich es mir vorgestellt habe. Schmale Straßen mit Häusern im Kolonialstil mit Bewohnern, die entweder auf der Stufe zum Eingang sitzen oder aus dem Fenster Sachen verkaufen und das Treiben auf der Straße beobachten.
Zwar fahren hier nicht so viele dieser riesigen Ammi-Schlitten herum, doch sieht man hier viele Lada und all den anderen Kram, den die Automobilindustrie der Sowjetunion bis in die 80er Jahre vom Band hat rollen lassen.

Anders als in Varadeo, wo man mit Englisch doch gut über die Runden gekommen ist, schauen hier einen die Leute an wie ein Auto und man muss irgendwie so versuchen über die Runden zu kommen. Aber bis jetzt bin ich weder verhungert noch verhaftet worden… Also läuft!
Alles in allem sind mir neben einem augenscheinlich französischen (lediglich feststellend, nicht wertend gemeint 😉 ) Pärchen , welches mit mir hier den Bus verlassen hat lediglich ein paar weitere Touristen aufgefallen. Ob das gut oder schlecht ist wird sich denke ich noch zeigen 😀

Zwischendurch wollte ich mir noch eine Fahrkarte für den Bus kaufen. Dafür bin ich zunächst die 1,5 km zum Busbahnhof gelaufen. Der Schalter, der eigentlich den ganzen Tag geöffnet haben sollte war natürlich nicht besetzten. Als ich gute 10 Minuten wie bestellt und nicht abgeholt vor der leeren Schalter stand versuchte mir die mit Schlagstock bewaffnete Wachdame irgendwas auf Spanisch zu erklären. Nach einem munteren Wortgefecht glaubte ich sie verstanden zu haben. Ich müsste also später nochmal wiederkommen, dann wenn ein entsprechender Bus der Linie ankommt würde wohl auch ein Mitarbeiter am Schalter sitzen… hoffte ich.
Also wieder 1.5 km zurück, denn bis auf ein vor Sozialismuspropaganda strotzendes Verwaltungsgebäude gab es am Busbahnhof nichts zu entdecken.
Zum Abend hin startete ich einen erneuten Versuch und siehe da: Das Verkaufshäuschen war tatsächlich besetzt. Ich kaufte mir also eine Karte für den Freitag nach Havanna. Naja also gekauft habe ich nichts. Ich hab meinen Namen auf ein weißes A4 Blatt geschrieben. Ob ich damit jetzt am Freitag einen Platz im Bus habe? Wer weiß das schon. Es bleibt zumindest spannend.

Nun ist es bereits Abend und ich bin schon gespannt, was der nächstenTag so bringen mag.
Tagesbilanz: 20.03km zu Fuß

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