Landflucht – Tag 9

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Obwohl auch in Kubas Hauptstadt die Zeit deutlich langsamer als in einer westlichen Metropole zu ticken scheint, fühlte es sich für uns nach vier Tagen überfällig an endlich ein wenig mehr vom Land an sich zu erleben. Dort wo wir uns das Leben noch ein wenig mehr in Ordnung und behütet vorstellten. Viñales im Westen Kubas versprach von dem was wir gelesen haben genau diese Erwartungen zu erfüllen. Das unsere Zielwahl dennoch nicht ganz unfreiwillig war, hat Thorben gestern bereits erwähnt. Aber genau diese Vorfreude auf eine Stadt die erst enige Stunden zuvor das erste Mal von uns in Betracht gezogen wurde, steigerte unsere Vorfreude auf das Ungewisse gleich umso mehr! 🙂

Nach knapp drei Stunden Busfahrt versprachen die immer ländlicher werden Szenerien unsere baldige Ankunft in einem deutlich ruhigeren Teil von Kuba. Vielleicht war es jedoch ein wenig naiv von uns anzunehmen, dass Landleben zwangsläufig mit weniger Touristen gleizusetzten ist.. Spätestens als wir von über 20 Frauen am Bus empfangen wurden, die uns alle von ihrer Unterkunft überzeugen wollten, wurde klar, dass auch dieser Teil des Landes inzwischen fest in der Hand des Tourismus ist. Praktisch jedes Haus des Dorfes konzentrierte sich hier entweder auf die Vermietung von Zimmern an Touristen oder ergänzte das Straßenbild um ein weiteres kleines Restaurant von denen es mehr als Einwohner zu geben schien. Nichtsdestotrotz waren wir froh nicht mehr in einer Großstadt zu sein, wenn auch unsere Flucht von den Tourismusmassen wohl noch nicht abgeschlossen war.

Nachdem wir unser deutlich schöneres Zimmer für günstige 11€ pro Nacht bezogen hatten verbrachten wir den Rest des Tages damit unsere weitere Reise in dieser Region zu planen. In der Stadt sind wir mit einem etwas älterem holländischen Pärchen ins Gespräch gekommen, das ebenfalls noch weiter an die Karibikküste reisen wollte, die von keinem Bus mehr erreicht wurde und fast unbewohnt ist. Gemeinsam fassten wir den Plan ein Taxi dorthin zu mieten, eine Nacht in der Nähe einer Schildkröten-Brutstätte und zwei Tage in der Nähe eines bekannten Korallenriffs zu verbringen. Mehr dazu in den entsprechenden berichten 🙂 Morgen würden wir jedoch zunächst zu zweit eine größere Wanderung durch die Gegend machen 🙂

Am Abend waren wir erschreckender Weise sogar noch motiviert einen Workout auf der Dachterrasse (besser gesagt schlichtweg dem Dach selbst) zu machen. Der entspannte Teil des Abends würde damit eingeleitet, als unsere Gastgeberin uns spontan zwei Mojitos vorbeibrachte, unser Training damit vollkommen wirkungslos machte und den Beginn eines entspannten Abends einleitete, an dem in der Stadt noch der ein oder andere weitere Cocktail fließen sollte. 😉

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