Linksverkehrdrama

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Sonnenaufgang über Australien
Zwischenstopp in Auckland
Landschaft auf der Nordhälfte der Südinsel. Da werden wir wohl in zwei bis drei Tagen ankommen! 🙂
Mit den Worten “Welcome to Hell” begrüßten uns eine kleine Gruppe Asiaten, die aus unserem Shuttle Bus Richtung Autovermietung ausstiegen, nachdem wir schon einige Zeit den Sturm und das Gewitter genossen hatten. Mit diesem leicht bitterem Vorgeschmack machten wir uns dann auf ins Büro des Vermieters, wo uns eine echt “nette” Dame empfing. Sie machte uns klar, dass es unabdinglich sei, eine ihrer tollen Versicherungen dazu zu buchen. Sie war menschlich echt schwer einzuschätzen – einerseits war sie eigentlich recht nett und hilfsbereit, aber irgendwie wirkte vieles davon total künstlich und wir haben das Gefühl, dass sie bei der Abnahme des Campers sehr pingelig sein wird.. Na ein Glück haben wir zu Hause noch eine extra Versicherung abgeschlossen die uns im Grunde echt alles zahlt. Hoffentlich… 😀 Als wir dann den Camper bekommen haben ging das Abenteuer Linksverkehr erst so richtig los.
Als wäre der Linksverkehr mit einem ziemlich breiten Fahrzeug nicht fordernd genug, war es auch noch stockdunkel und absolute Feierabendverkehrs Zeit..! Also perfekte Bedingungen für eine erste Fahrt nach 45 Stunden Reisezeit. Total unverständlich überlies Thorben mir also Vortritt und so dürfte ich echt ziemlich nervös auf die Straße. Irgendwie kamen wir dann aber doch physisch unbeschadet am ersten Campingplatz in unmittelbarer Nähe an, wo wir uns nur kurz anmeldeten und anschließend in die Stadt zum einkaufen fuhren. Und wurde nämlich plötzlich bewusst, dass wir seid dem Frühstück  im Flieger nach Auckland noch nichts gegessen hatten! Bei so vielen spannenden Erlebnissen vergisst man teilweise echt sogar völlig sein Hungergefühl! Irgendwie schaffte ich es dann tatsächlich unbeschadet zu einem Supermarkt, was erstmal ziemlich erleichternd war..! Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Thorben, wo ich sagte, dass Neuseeland wenigstens nicht so blöde Sachen wie Kreisverkehre hat.. Auf unsere Strecke zum Supermarkt war praktisch an jeder Kreuzung ein zweispuriger Kreisel, die ich selbst in Deutschland so gar nicht ab kann.. 
Nachdem wir fürs Frühstück eingekauft hatten und bei Subway ein halbes Sub gegessen hatten ging es zurück zum Campingplatz und recht erschöpft sehr zeitig ins Bett. Nach ein paar Runden auf dem Parkplatz fuhr dann doch wieder ich, da wir dachten, dass eine Gewöhnungsfahrt bei Nacht genug Risiko war.
Am Rande muss ich sagen – Echt Klasse, das wir keinen Jetlag haben, in Deutschland war es da erst etwa 11 Uhr morgens! 😀 
Am nächsten Morgen ging es richtig los – zunächst verfuhren wir uns ewig in Christchruch bis wir schließlich die Route 1 gefunden hatten. Wir haben zwar ein klasse Navi auf meinem Handy, wollen hier aber beide viel lieber den Großteil der Strecke mit Karte navigieren. 😀 Recht schnell könnten wir uns beide an das Fahren hier gewöhnen. Am Tag ist es echt sehr viel angenehmer ..! 
Zunächst hieß es volltanken damit wir den Verbrauch später berechnen könnten, und natürlich um uns über unsere Vormieter zu ärgern, die 20 Dollar unter vollem Tank den Camper abgegeben haben..! Naja, dann müssen wir also beim Essen geiziger sein, und verbrachten dadurch gefühlt den ganzen Vormittag in einem Supermarkt, wo wir jeden Einkauf genau diskutierten und jeden Preis bis ins kleinste Detail vergleichen. Besonders Tierprodukte sind hier echt teuer, aber im Prinzip ist Essen generell echt ein wenig teuerer als in Deutschland. Weitergehend haben die Ketten echt große Preisunterschiede, die man kennen sollte. “Checkpoint” bei dem wir waren, soll recht günstig sein, wobei das natürlich alles relativ gesehen werden muss…
160 Dollar später waren wir nun in Richtung Hanmer Springs, wo es eine bekannte Terme rundum eine Thermalquelle gibt. Was ich vorhin vergessen hatte zu erwähnen ist, dass das Wetter an diesem Tag unerwartet genial war! Auch wenn die Nacht mit etwa 2 Grad echt frisch war, heizte die Sonne das Land bei blauem Himmel ordentlich und wir konnten die tolle Landschaft auf unserer Fahrt umso mehr genießen. Andauernd hielten wir an um Fotos zu machen und waren begeistert von der Stile, die selbst in der Nähe der wenigen Städte vorherrschte.
Leider sahen wir dann kurz vor der Ankunft Regen auf unser erstes Ziel zukommen.. Als wir uns an Nachmittag am Campingplatz dann was zu essen machten, regnete es leider echt ordentlich. In der Küche lernten wir zwei nette deutsche kennen, die ein Auslandsjahr machen uns sehr viele Tipps für unsere Reise geben konnten! Unsere Karte mit Zielen, die wir unbedingt besuchen sollen ist viel zu lang .. Ich hoffe, dass wir zumindest den Großteil davon auch schaffen! Die beiden erzählten uns auch, dass Neuseeland echt das Mallorca der Backpacker ist und sie schon unzählige deutsche getroffen haben. Wir sind echt gespannt, ob wir das auch so erleben werden.
An diesem Abend ging es dann nach stundenlangen Unterhaltungen mit den beiden in die Therme vor Ort. Nach der Langen Reise war diese Entspannung total genial..! Es gab zahlreiche unterschiedlich heiße Becken bis zu 44 Grad, die alle mit Quellwasser gewärmt wurden. Das hatte jedoch den Nebeneffekt, dass das Wasser sehr nach Schwefel roch, dessen Geruch man an uns noch heute erahnen kann..:D
Eigentlich sollten wir am nächsten Morgen noch in der Gegend zu einem Wasserfall wandern, der sehr schön sein soll, jedoch regnete es so stark, dass wir beschlossen aufzubrechen. Heute ging es also nach Kaikoura zurück an die Ostküste. In der Stadt kann man neben sehr bekannten, aber für uns zu teuren, Bootstouren zur Waalbeobachtung auch unzählige Robben sehen. Doch unserer weg bis dahin dauerte allein schon den halben Tag. Wir hatten keine Lust die direkte Verbindung zu fahren, sondern führen einen Umweg über eine Schotterstraße auch der wir mit 20-30kmh die Ungebung auf uns wirken ließen und einfach das deutlich bessere Wetter hier genießen konnte, da wir dem Regen nach einigen Kilometern tatsächlich entkommen waren. Hier haben wir viele schöne Bilder gemacht, die unzähligen Schafe beobachtet und schließlich den Pazifik bewundert.
In Kaikoura fuhren wir zunächst zu einem tollen Aussichtspunkt, den uns unserer interessanter Audio Reiseführer schickte, den wir mal getestet haben. Das ist eine Box die wir bekommen haben, die GPS hat und anhand von unserer Position uns Sachen zur Umgebung erzählt. Echt total cool, nur schade das da viel dabei ist, dass wie Werbung klingt.. Naja.. Irgendwie muss sich das auch finanzieren. 
Total geniale Aussicht, wo wir uns erstmal etwas kleines zu Mittag möchten bei diesem Ausblick 🙂
Danach wanderten wir auf eine Tolle Landzunge hinaus wo wir unzählige tolle Bilder machten und fuhren schließlich zu zwei Orten wo man unzählige Robben sehen kann. 
Es sind einfach total genial Bilder entstanden, die ich hoffentlich bald neben den Handy Fotos hochladen kann! 
Nun war es das erste mal Zeit zu tanken, um mal zu sehen, wie viel dieses kleine Monster verbraucht.. Und ja.. tanken tut verdammt weh… auch wenn der Tank noch halb voll war..
Danach ging es dann auch schon zu unserem ersten Kostenlosen Campingplatz mit dem krassesten Klo was ich je gesehen habe. Der Geruch tut wirklich sogar in den Augen weh .. :O
Aber die Nacht ist nicht so kalt und so liege ich nun im Bett und schreibe diesen Bericht. Obwohl es erst 20 Uhr ist sind wir beide schon ziemlich müde von dem anstrengenden aber auch total genialen Tag und freuen uns auf die nächsten!
Die ersten 300km liegen hinter uns und morgen versuchen wir an die Nordküste der Südinsel zu kommen – mal sehen ob irgend eine tolle Begegnung oder was auch immer dafür sorgt das wir früher halt machen. Wir sind gespannt! 🙂
Jetzt wo ich diesen Eintrag hochlade, sind wir schon in Blenheim. Mal sehen was wir heute noch so alles erleben, es ist 11 Uhr, wir sind schon 150km gefahren und sind auf Entdeckungstour! 🙂
Bis bald und viele Grüße!
Lenz

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