Südküstentour

S
Im folgenden dürfte mal wieder hauptsächlich Thorben die Finger rauchen lassen. Ich hab mal versucht etwa 70% der Rechtschreibfehler zu korrigieren und ein paar Details zu ergänzen. Die übrigen 4000 Rechtschreibfehler überlasse ich nun den Lesern. Wer einen findet, darf ihn behalten. 😉
Wie immer klingelte auch in Manapouri der Wecker relativ früh. Da wir die einzigen Gäste auf dem Campingplatz waren, stand uns die Platzküche voll und ganz zur Verfügung, weshalb wir unser Frühstück mal nicht im engen Camper einnahmen, sondern uns richtig in dem gemütlichen Raum breit machten.

Anschließend musste eine nicht so spaßige Sache erledigt werden: Nach diversen Tagen ohne einen Mülleimer sehnte sich der Camer nach einer Reinigung von innen. Also räumten wir das Ding mal so richtig gründlich auf.

Nach der Arbeit kam dann auch das Vergnügen und wir erkundeten die Gegend um den Lake Manapouri, welcher bei dem für unsere Reise typischen gutem Wetter gar nicht mal so hässlich wirkte.

 Es war mittlerweile schon 13 Uhr und wir verspürten den Drang wieder neues zu entdecken, die Berge hinter uns zu lassen und wieder zur Küste vorzustoßen.

Da war es natürlich außerordentlich praktisch, dass wir zufälliger Weise die Schlüssel für ein fahrendes Heim dabei hatten. Wir bestiegen also unsere Höllenmaschiene und nahmen  Kurs auf Invercargill an der Südküste. Wir entschieden uns für die etwas längere South Coast Scenic Route, an der wir an ein paar von unserer Campingplatzdame empfohlenen Stellen vorbeikommen sollten. Nach einigen Kilometern durch Felder voller Schafe breitete sich vor uns das Meer aus und man sah die Wellen in der Nachmittagssonne glänzen. Gleich nach der ersten Kurve kam dann auch schon ein Lookout und uns wurde klar, dass wir für die nächsten paar Kilometer länger als die veranschlagten 2,5 Stunden brauchen würden.

So kam es dazu, dass wir Invercargill erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten. Vielleicht lag es daran, oder auch an den heruntergekommene Gebäuden, warum wir uns gegen einen Aufenthalt in dieser Stadt entschieden haben. Naja, eigentlich sahen wir im Prinzip nur ein Industriegebiet am Stadtrand – aber wir waren ja eh nicht hier um Stadturlaub zu machen.

Anschließend waren wir wieder wie am Anfang auf dem State Highway 1 angekommen und fuhren jenen noch etwa 20 Minuten weiter entlang, bis wir unseren Platz für die Nacht gefunden haben. Wir schliefen direkt neben dem Highway, aber das schöne an den Straßen Neuseelands ist, dass es ab 21 Uhr egal ist, an was für einer Straße man ist, da eh so gut wie niemand mehr unterwegs ist. Also nach einer ruhigen aber verdammt kalten Nacht (die Scheiben des Campers waren von innen gefroren) ging es in die Catlins.
Einem, ich nenne es jetzt einfach mal Urwald, der ganz im Süden der Insel zu finden ist. Der erste Stopp war an einem prähistorischen Wald, oder an dem was davon übrig geblieben ist. Kurz gesagt war es lediglich ein nasser, felsiger Strand, an dem man im Gestein Pflanzenreste erahnen kann.
Aber es sollte dort Pinguine geben, weshalb wir, mit Kameras bewaffnet, unsere Expedition begannen. Soweit alles gut: Die Wellen spritzen nur mäßig, weshalb man trocken geblieben ist. 
Kurzer Einschub von einem unbeteiligten – ich hatte ihm davor gesagt, dass ich davor bereits einige meterhohe Wellen dort gesehen hatte und er ziemlich bescheuert ist! Aber er wollte ja unbedingt baden.. 😀
Davon ermutigt und angetrieben von meinem jugendlichen Leichtsinn machte ich mich dann auf in Richtung der Wassergrenze. Auf einem höher gelegenen Felsen positionierte ich mich dann in der Hoffnung ein gutes Foto. Die ersten Wellen die den Stein trafen waren alles andere als hoch, weshalb ich mich in Sicherheit wiegte. Bis DIE Welle kam und mich ganz schön erwischte. Lenz verewigte diesen tollen Moment glücklicherweise mit seinem Handy. Das lag sicherlich nicht daran, dass er genau auf diesen Moment gewartet hatte.
Ich war nass, meine Hose war nass, meine Jacke war nass, und was am schlimmsten war: Meine Kamera auch. Wie ein begossener Pudel bin ich dann also wieder zurück zum Camper gestapft und hab dort dann angefangen meine Kamera zu trocknen. Auf dem Speiseplan stand diesen Mittag dann notgedrungen Reis mit Objektiv.

Leicht frustriert ging es dann weiter zu einem Wasserfall.

Da ja normale Wege langweilig sind erkundeten wir uns einen eigenen Rückweg. Dieser war, wie sollte es auch anders sein, deutlich länger als der Hinweg. Aber was solls, dafür war er erlebnisreicher und wir waren nur zwei Mal kurz davor aus Ratlosigkeit barfuß einen eiskalten Fluss zu überqueren, der aus dem nichts plötzlich da war.
Am Camper angekommen wartete schon die Karte mit neuen Zielen auf uns. Wie scheinbar typisch für die Catlins erwartete uns an unserer nächsten Station erneut ein Wasserfall. Es war das typische Postkartenmotiv, dass man in jeder i-Site finden konnte. Auch dieses Motiv erlebte ich ohne meine Kamera. Aber ein Glück hat mir Lenz immer vorgeschwärmt, was für tolle Bilder man doch an diesem Wasserfall machen könne.
Bilder hiervon folgen später.
Da unser kleiner Umweg am Mittag ordentlich Zeit in Anspruch genommen hat, dämmerte es schon als wir den Wasserfall verließen und es begann das alte Spiel mit der Schlafplatzsuche. Ein Glück fanden wir einen echt günstigen Platz der zwar wieder nahe am Highway lag aber dafür halt günstig war, was ja beim Schlafplatz unsere oberste Prämisse ist :D. Auf dem Weg dorthin schrie Lenz plötzlich praktisch lautstark auf das ich anhalten sollte. Gesagt getan. Dann sah ich auch wieso. Unter der Brücke die wir grade überquert hatten floss wohl der am meisten spieglende und ruhigste Fluss, den wir je gesehen haben! Und dazu noch die wunderschöne Abendstimmung. Die Wellen eines kleinen astreines, den wir ins Wasser wurden, konnten wir nach über fünf Minuten noch sehen!
Kurz danach kamen wir noch an einen See, in dem der Fluss endete. Hier machten wir einige der schönsten Bilder von uns überhaupt! Das war wirklich der perfekte Abschluss dieses tollen Tages!
Am Morgen klingelte der Wecker früher als sonst, da wir genau zum Sonnenaufgang am “Nugget Point”, einem Kap mit Strand sein wollten. Laut Aussage des Campingplatzbesitzers sollen dort morgens auf alle Fälle Pinguine zu sehen sein. Leider war dem nicht so und wir hatten “nur” einen Sonnenaufgang über dem Meer.
Von dort aus war unser nächstes Ziel nach einem schönen Frühstück, Dunedin, die zweitgrößte Stadt der Südinsel. Auf den Straßen kurz vor der Stadt merkte man schon, dass es deutlich voller wurde und es kamen dann auch schon bald die ersten Ampeln in Sicht. Wie in eigentlich jeder Stadt galt unser erstes Interesse der i-Site wo wir uns Informationen über die Stadt und die Gegend einholten.

Nach einem Gespräch mit der Infofrau, die uns im Prinzip jedes erdenkliche Museum und Wahrzeichen der Stadt markierte, was es auch nur im entferntesten gab,  ging es dann bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zur Otoga Pensulina, einer großen Landzunge, an der Pinguine zu sehen sein sollten.

Dieses Mal standen die Chancen einen Pinguin zu erblicken erheblich höher, denn es wurden auch Führungen angeboten. Aber wir hatten  schon vorher Glück: so ca. auf halber Strecke entdecke ich plötzlich etwas flugzeugartiges im Wasser schwimmen. Ich schrie Lenz fast an dass er anhalten sollte. Wie vom Blitz getroffen schwenkte er in die nächste Einfahrt. Blockieren hin oder her, es ging hier um etwas wichtigeres: Pinguine! Das schwammen sie also. Zwei Blue Pinguins, beide nicht wirklich groß. Vielleicht nur so groß wie ein Pinguinstofftier. So richtig putzige Tierchen.

Nachdem beide wieder verschwunden waren, fuhren wir weiter zum Ende der Landzunge wo ein Albatros und Pinguin Informationszentrum steht. Hier hätte es wieder die Möglichkeit gegeben Pinguine zu sehen, das wäre aber recht teuer gewesen und das Konzept dieser Tour war echt nicht allzu gut. Im Prinzip hatten sie den Strand der Pinguine einfach abgesperrt, davor eine Tribüne aufgebaut, zu der der Zugang am Abend dann ordentlich Geld kostete.
Wir machten uns dann auf zu einem kostenlosen Schlafplatz und ließen den Tag mit einer Flasche des billigsten Wein den wir nur finden konnten ausklingen. War gar nicht mal so schlecht wie befürchtet! 😀

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